Kostenerstattung

Wie Sie vielleicht schon wissen, ist die Suche nach einem Therapieplatz leider häufig mühsam. Das liegt weniger an einem Mangel an approbierten Therapeuten, als an einer zu geringen Anzahl von Sitzen, die von den Krankenkassen vergeben werden. Für den Fall eines solchen Systemversagens haben Sie als Patient nach § 13 Abs. 3 SGB V das Recht auf Kostenerstattung einer notwendigen Behandlungen bei Therapeuten mit identischer Qualifikation, die keinen Kassensitz innehaben. 

 

An diesem Recht hat sich - entgegen den Angaben mancher Krankenkassen-Sachbearbeiter - auch nach dem 1.4.2017 nichts geändert. (Quelle) Eine Stellungnahme der Deutschen Psychotherapeutenvereinigung DPtV zur Entwicklung seit der neuen Richtlinie finden Sie hier

 

Auf dieser Seite finden Sie alle Informationen, die Sie brauchen, um ihr Recht auf Behandlung (bei mir ebenso wie in anderen Privatpraxen) in Anspruch zu nehmen.


Grundlage der Kostenerstattung

Voraussetzung für eine Therapie im Kostenerstattungsverfahren ist die erfolglose Suche nach einem Therapieplatz im Kassensystem. Wartezeiten von mehr als 6 Wochen sowie Anrufe bei mehr als 5 Therapeuten werden vom Gesetzgeber als unzumutbar anerkannt.

 

Kollegen mit Kassensitz finden Sie z.b. über Therapie.deArztsuche, die Psychotherapeutensuche der DPtV oder der Psychotherapeutenkammer, oder die gelben Seiten.

 

Dies ist der erste und für gesetzlich versicherte Patienten der formal einfachere Weg.



Wenn sich die Suche nach einem Psychotherapie-platz schwierig gestaltet:


1. Kontaktieren Sie Ihre Krankenkasse

Berichten Sie dem Sachbearbeiter von Ihrer erfolglosen Suche und fragen Sie, nach dem Weiteren Vorgehen. Erkundigen Sie sich nach den Bedingungen für Kostenerstattung und erfragen Sie insbesondere Folgendes:

- Wird eine "Notwendigkeits-" oder "Dringlichkeitsbescheinigung“ benötigt und von wem soll diese ausgestellt werden?

- Wird der Besuch einer therapeutischen Sprechstunde Verlangt?

- In welcher Form sollen Sie die vergebliche Suche nach einem Vertrags-Psychotherapeuten nachweisen?

 

2. Dokumentieren Sie den Mangel an Therapieplätzen

Vielen Kassen reicht die Dokumentation der Telefonate, die Sie geführt haben, also eine Liste mit Datum, Uhrzeit und Ergebnis des Telefonats, andere verlangen schriftliche Ablehnungen. Allgemein wird davon ausgegangen, dass  drei bis fünf Anfragen bei Vertragspsychotherapeuten ausreichen

 

2.1 die psychotherapeutische Sprechstunde

Seit der Veränderung der Psychotherapierichtlinie werden Patienten immer häufiger an die Terminservicestelle verwiesen (s.o.) um dort zeitnah einen Termin zur psychotherapeutischen Sprechstunde zu erhalten. Sollte der niedergelassene Kollege nach dem Gespräch eine Psychotherapie für indiziert halten, wird er dies auf einem Formular (PTV 11) vermerken. Dieses Formular belegt ebenfalls gegenüber Ihrer Krankenkasse wirkungsvoll Ihren Therapiebedarf; auch wenn der betreffende Kollege Ihnen keinen Platz anbieten kann. 

 

3. Holen Sie eine Notwendigkeitsbescheinigung oder PTV11 ein

Manche Kassen fordern eine Bescheinigung der Notwendigkeit Ihrer Behandlung. Diese könnten auch zugelassene Psychotherapeuten erstellen. Zum Beispiel nach einer psychotherapeutischen Sprechstunde bei einem niedergelassenen Kollegen, der keinen Therapieplatz mehr frei hat. Viele Krankenkassen wünschen eine (nerven-)ärztliche Bescheinigung. Fragen Sie bei Ihrer Versicherung nach, welche Anforderungen sie stellt.

 

4. Antragstellung

Wenn alle Dokumente eingeholt sind können wir gemeinsam den Antrag stellen. Hierzu gehört noch ein formloses Schreiben in dem Sie darlegen, warum Sie eine außervertragliche Therapie in Anspruch nehmen möchten.

 

5. Behandlung

Sobald Ihre Krankenkasse die Übernahme der Kosten zugesichert hat können Wir mit der Behandlung beginnen.


Hilfe bei Schwierigkeiten im Umgang mit Ihrer Krankenkasse finden Sie zum Beispiel hier: http://kassenwatch.de/hinweise-fuer-patientinnen/



Patienten-Informationen zur Psychotherapie in Kostenerstattung für finden Sie ebenfalls in den offiziellen Flyern der Deutschen Psychotherapeutenvereinigung (DPtV) und der Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK)